Krankenhaus Holding Westmecklenburg gemeinnützige GmbH
Aortenaneurysma
Was ist ein Aortenaneurysma und wie entsteht es?

- Aortenanuerysma - 3D-Rekonstrution (CT)
Unter einem Aneurysma versteht man eine Erweiterung einer Schlagader (Arterie), die in allen Körperregionen auftreten kann, häufig jedoch die Bauchschlagader (Bauchaortenaneurysma) unterhalb der Nierenarterien betrifft.
Die Hauptgefahr besteht darin, daß ein Aneurysma plötzlich platzt (Ruptur) und es zur inneren Verblutung kommt. Andere Risiken bestehen in der Bildung von Blutgerinnseln im Aneurysma, die zu akuten Gefäßverschlüssen, z.B. in den Beinen führen können.
Die meisten Aneurysmen werden durch die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) hervorgerufen. Männer sind häufiger betroffen als betroffen als Frauen. Darüber hinaus wird eine familiäre Häufung beobachtet.
Welche Beschwerden werden verursacht?
Die meisten Bauchaortenaneurysmen werden vom Patienten nicht bemerkt. Durch Größenzunahme können vor allem Rückenschmerzen auftreten, die häufig zu Fehldiagnosen wie Wirbelsäulenleiden oder Nierenschmerzen Anlass geben.
In den Fällen, in denen ein Bauchaortenaneurysma platzt, wird vom Patienten ein unerträglicher Bauchschmerz mit Ausstrahlung in den Rücken, Übelkeit und Brechreiz bemerkt. Das Leben ist dann nur durch einen sofortigen chirurgischen Eingriff zu retten.
Wie erfolgt die Diagnostik des Bauchaortenanuerysmas?
Die Diagnose wird durch eine klinische Untersuchung mit Abtastung des Bauches und mittels Ultraschall gestellt.
Bei größeren Aneurysmen muss eine Computertomografie veranlasst werden. Ab einem Durchmesser des Aneurysmas von 5 cm steigt die Gefahr des Einreißens der Arterienwand erheblich an. Ein Grund zur OP kann sich jedoch auch bei kleineren Aneurysmen ergeben.
Häufig werden Aneurysmen zufällig anlässlich anderer diagnostischer Maßnahmen (z.B. Ultraschalluntersuchung bei Bauchbeschwerden) entdeckt. Zur weiteren Abklärung müssen begleitende Risiken (Herz-Kreislaufsystem, Lunge, Nieren) berücksichtigt werden. Diese Untersuchungen können vor einer geplanten OP heutzutage vor der stationären Aufnahme durchgeführt werden.
Da die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) das gesamte Gefäßsystem betrifft, sollte nach zusätzlichen Arterienveränderungen im Bereich der Halsschlagader, der Herzkranzgefäße und der Beinarterien gefahndet werden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Kleinere Aneurysmen müssen in regelmäßigen Abständen mit Ultraschall überwacht werden. Bei plötzlicher Größenzunahme erfolgen weiterführende Untersuchungen und ggf. die Operation. Es werden unterschiedliche operative Maßnahmen durchgeführt:
- Bei der konventionellen OP erfolgt die Eröffnung des Bauches in der Mittellinie vom Brustbein bis kurz oberhalb der Schamregion. Oberhalb und unterhalb der Arterienerweiterung wird das Blutgefäß abgeklemmt, längs geöffnet und eine Gefäßprothese als Ersatz eingenäht. Je nach Ausdehnung des Aneurysmas muß eine sog. Rohr- oder eine Y-Prothese eingesetzt werden. Nach Freigabe des Blutstromes wird die ursprüngliche Arterienwand zum Schutz der umgebenden Organe um die Prothese gelegt.
- Stent-Prothesen stellen ein neues Verfahren (seit Anfang der 90er Jahre) dar. Hier wird über die Leistenarterien eine durch Draht verstärkte Y-Prothese von innen eingebracht, um das Aneurysma zu schienen und auszuschalten. Der Eingriff ist schonender, weil die Bauchhöhle nicht eröffnet wird.
- Während die offene Operation in allen Fällen möglich ist, eignet sich dieses Verfahren nur in bestimmten Fällen. Insbesondere ist die Ausdehnung, Form und Größe des Aneurysmas bei der Auswahl des Therapieverfahrens zu berücksichtigen.
Wie geht es nach der Operation weiter?
Die Erholungsphase bis zur Arbeitsfähigkeit nimmt 6-10 Wochen in Anspruch. Bis dahin stellt Spazierengehen die beste Methode dar, um wieder leistungsfähig zu werden.
Das Heben schwerer Lasten (>5kg) sollte 3 Monate lang vermieden werden, um einen Narbenbruch zu vermeiden. Beim Auftreten von Fieber (38°C), Veränderungen der Operationswunden, kühlen Beinen, Bein- oder Rückenschmerzen sollten Sie sofort den betreuenden Hausarzt aufsuchen. Risikofaktoren, wie Rauchen, erhöhte Blutfettwerte, Zuckerkrankheit, Übergewicht und andere sollten unbedingt von Ihnen unter Kontrolle gebracht werden.
In regelmäßigen Abständen sollte eine Kontrolluntersuchung einschließlich Sonographie erfolgen, um mögliche Veränderungen frühzeitig erfassen zu können.
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