Durchblutungsstörungen des Gehirns
Was ist ein Schlaganfall?
Ein Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen auftretenden regionalen Durchblutungsstörung des Gehirns. Hierbei kommt es zu einer dauerhaften Schädigung des auf Sauerstoffmangel sehr empfindlich reagierenden Gehirngewebes. Ein Schlaganfall kann verursacht werden durch:
- Eine plötzlich auftretende Mangeldurchblutung des Gehirns bedingt durch den Verschluss eines Gefäßes (Thrombose, Embolie). Dies wird als Hirninfarkt bezeichnet und betrifft 80% aller Schlaganfälle.
- Eine Blutung in das Gehirngewebe bedingt durch das Platzen eines Blutgefäßes. Ursache hierfür ist meist ein stark erhöhter Blutdruck oder auch eine angeborene Gefäßmißbildung (Aneurysma). Dieses Ereignis wird als Hirnblutung bezeichnet und ist in ca. 15-20% die Ursache eines Schlaganfalles.
Warnsymptome eines möglichen Schlaganfalles
Häufig kommt es vor einem Schlaganfall zu Frühwarnzeichen bzw. Krankheitssymptome, die durch vorübergehende Durchblutungsstörungen des Gehirns verursacht werden.
Hierbei können Sehstörungen, Sprachstörungen oder Lähmungen (Arme oder Beine) auftreten, die sich nach Minuten oder Stunden zurückbilden. Auch vorübergehende Doppelbilder, plötzliche heftige Kopfschmerzen sowie Schwindelanfälle gehören zu den Warnsymptomen.
Symptome wie diese sind Alarmsignale und bedürfen einer dringenden medizinischen Abklärung.
Was ist zu tun?

- Ultraschall der Halsschlagader
Absolut notwendig ist bei den oben genannten Symptomen eine Untersuchung der Halsschlagadern (Carotiden) auf Engstellen (Stenosen) durch Ultraschall (Doppler-, Duplexsonographie). Hierbei können gefährliche Verkalkungen (Arteriosklerose) und dadurch bedingte Engstellen der Halsgefäße festgestellt und beurteilt werden. Dies ist eine völlig ungefährliche und beliebig wiederholbare Untersuchung.
Ggfs. muß auch eine Röntgendarstellung (s.g. Angiographie) der Halsschlagadern erfolgen. Hierbei können verschiedene Techniken angewendet werden. (CT, MRT, DSA, CO-2 Angiographie)
Wie ist das weitere Vorgehen?
Eine Operation ist nur ein Teil der Therapie! Grundsätzlich sind alle anderen Erkrankungen und Risikofaktoren für Arterienverkalkung (Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette und erhöhtes Körpergewicht) einzustellen bzw. medikamentös zu behandeln. All dies sollte in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt bzw. einem Spezialisten erfolgen.

- MR-Angiographie
Zusätzlich sollte eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt werden, wobei vor allem ein erhöhter Blutdruck und ein Diabetes mellitus ausgeschlossen werden sollte. Zum Ausschluß von Herzrhythmusstörungen und anderen Herzerkrankungen ist ein EKG und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiogramm) notwendig. Über die im einzelnen durchzuführenden Untersuchungen wird Sie Ihr behandelnder Arzt aufklären.
Wurde eine höhergradige Einengung der Halsschlagader festgestellt und sind Symptome einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns nachgewiesen worden, dann sollte ggf. eine operative Behandlung der betroffenen Halsschlagadern angestrebt werden. Die Folge einer unbehandelten Einengung der Halsschlagadern kann ein Schlaganfall sein, der häufig mit dauerhaften Lähmungen oder gar dem Tod einhergehen kann. Auch ältere Patienten (>80 Jahre) profitieren von der Operation!
Liegen Herzrhythmusstörungen vor oder wurden Blutgerinnsel an der Herzinnenwand nachgewiesen so wird meist eine medikamentöse Blutverdünnung (Antikoagulation) notwendig, um der Gefahr von Embolien vorzubeugen. Das konkrete Vorgehen in Ihrem speziellen Fall werden wir mit Ihnen gemeinsam besprechen.
Übrigens:
- In einer Stadt der Größe Kölns ( ca. 1 Mio Einwohner) erleiden jährlich etwa 1820 Menschen einen Schlaganfall.
- Die hieraus entstehenden Kosten für die Behandlung d. Schlaganfallpatienten belaufen sich nur für diese Stadt auf ca. 198 Mio. €.
- 80% der Schalganfallpatienten sind älter als 60 Jahre.
- In Deutschland erleiden jährlich über 250.000 Menschen einen Schlaganfall.
- Die Frühsterberate d. Schlaganfallpatienten beträgt 26-45%.
- Über 1 Mio. Menschen leben allein in Deutschland mit den Folgen eines Schlaganfalles.
- 70% aller Schalganfallpatienten leiden zusätzlich an arteriellem Bluthochdruck.
- Die Senkung des Bluthochdruckes reduziert die Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall zu erleiden um 47%.
- Die geschätzten Kosten für die Behandlung des Schlaganfalles belaufen sich in Deutschland auf etwa 7,5 Mrd. € jährlich.





